{"id":16327,"date":"2019-09-17T05:21:09","date_gmt":"2019-09-17T13:21:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.palada.net\/index.php\/2019\/09\/17\/news-10068\/"},"modified":"2019-09-17T05:21:09","modified_gmt":"2019-09-17T13:21:09","slug":"news-10068","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.palada.net\/index.php\/2019\/09\/17\/news-10068\/","title":{"rendered":"FaceApp \u2013 Der Wolf im Schafspelz ist nicht allein"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sophos.files.wordpress.com\/2019\/05\/permis-de-conduire-provisoire.jpg\"\/><\/p>\n<p><strong>Credit to Author: J\u00f6rg Schindler| Date: Fri, 19 Jul 2019 10:45:52 +0000<\/strong><\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p>Alle, die diese Woche irgendwo im Dunstkreis von Facebook oder anderen sozialen Plattformen unterwegs waren, haben h\u00f6chstwahrscheinlich Selfies von Bekannten neben AI-generierten Bildern gesehen, wie sie in ein paar Jahrzehnten aussehen werden. Unter diesen Posts sammeln sich dann nicht selten etliche Kommentare, die davor warnen, dass die Foto-Poster gerade ihre Seele an eine obskure russische Firma verkauft haben. Es ist also mal wieder Zeit f\u00fcr einen weiteren digitalen Internet-Buhmann, der in dieser Woche \u201eFaceApp\u201c hei\u00dft.<\/p>\n<p>FaceApp, dass nichts mit Facebook zu tun hat, kam 2017 f\u00fcr iOS und Android auf den Markt und ist vom russischen Unternehmen Wireless Lab. Nutzer k\u00f6nnen ein Selfie hochladen und dieses bearbeiten, indem z.B. der Gesichtsausdruck, das Alter oder das Geschlecht ge\u00e4ndert werden. Und auch wenn der die App inklusive des Alterungsfilters bereits \u00fcber zwei Jahre verf\u00fcgbar ist, ging sie diese Woche viral, nachdem die recht drakonischen Gesch\u00e4ftsbedingungen bzgl. der Rechte an den bearbeiteten Fotos publik gemacht wurden.<\/p>\n<p>Grob \u00fcbersetzt steht dort u.a.: \u201e<em>Sie gew\u00e4hren FaceApp eine unbefristete, unwiderrufliche, nicht ausschlie\u00dfliche, lizenzgeb\u00fchrenfreie, weltweite, voll bezahlte, \u00fcbertragbare Unterlizenz zur Nutzung, Reproduktion, \u00c4nderung, Anpassung, Ver\u00f6ffentlichung, \u00dcbersetzung, Erstellung von abgeleiteten Werken, Verbreitung, \u00f6ffentlichen Auff\u00fchrung und Anzeige Ihrer Benutzerinhalte und alle Namen, Benutzernamen oder \u00c4hnlichkeiten, die im Zusammenhang mit Ihren Benutzerinhalten in allen bekannten oder sp\u00e4ter entwickelten Medienformaten und -kan\u00e4len angegeben werden, ohne dass Sie daf\u00fcr eine Entsch\u00e4digung erhalten (\u2026).\u201c<\/em><\/p>\n<p>Viele Presseberichte und Social-Media-Posts weckten aus zwei Gr\u00fcnden Bef\u00fcrchtungen in Bezug auf die App: die v\u00f6llige Aufgabe der Rechte an den pers\u00f6nlichen Daten und das Herkunftsland Russland. Auf Anfrage des Onlineportals TechCrunch gab das Unternehmen allerdings an, dass es nur Fotos hochlade, die von den Benutzern zur Bearbeitung ausgew\u00e4hlt wurden, und diese m\u00f6glicherweise in der Cloud speichere, da dort die Verarbeitung erfolge. Es l\u00f6sche normalerweise Bilder von seinen Servern innerhalb von 48 Stunden. Au\u00dferdem w\u00fcrden keine Benutzerdaten nach Russland gesendet, sondern Bilder in der Infrastruktur von US-Cloud-Anbietern verarbeitet.<\/p>\n<p>Wie ist der aktuelle Fall einzuordnen? Jede App, die Anwendern jegliche Rechte in den Nutzungsbedingungen verweigert, sollte die Alarmglocken l\u00e4uten lassen. Die Bedingungen anderer Apps sind zwar nicht so aggressiv wie bei FaceApp, aber immer noch besorgniserregend. Zum Beispiel kann Facebook Nutzerbilder zusammen mit Daten zu anderen Aktionen, die Sie auf Facebook ausf\u00fchren, f\u00fcr Anzeigen oder gesponserte Inhalte verwenden, obwohl der Konzern angibt, dass Sie Ihre Inhalte besitzen. Au\u00dferdem kann Facebook Bilder mit Dritten teilen, einschlie\u00dflich nicht spezifizierter Dienstanbieter, die Facebook unterst\u00fctzen. \u201aAnwender k\u00f6nnen diese \u201eVereinbarung\u201c mit Facebook beenden, indem Sie Ihr Bild l\u00f6schen. Es wird jedoch m\u00f6glicherweise weiterhin angezeigt, wenn Nutzer es f\u00fcr Freunde freigegeben haben und es dort nicht gel\u00f6scht wurde.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel sind die Datenschutzbestimmungen von Accuweather. Das Unternehmen kam in die Schlagzeilen und hat zahlreiche Benutzer verloren, nachdem Forscher herausgefunden haben, dass es Standortdaten sendet. Dieser Transfer wurde durch die Tatsache realisierbar, dass die App-Richtlinie es erm\u00f6glicht, Informationen \u00fcber andere Ger\u00e4te in der N\u00e4he zu sammeln, einschlie\u00dflich z.B. eines WLAN-Routers. Die Gesch\u00e4ftsbedingungen der App erm\u00f6glichen es au\u00dferdem, Ger\u00e4te-IDs und Informationen von tragbaren Ger\u00e4ten wie z.B. Puls oder die K\u00f6rpertemperatur abzurufen\u2026f\u00fcr eine Wetter-App!<\/p>\n<p>Den FaceApp-Machern wird nun vorgeworfen, dass die hochgeladenen Bilder f\u00fcr unbekannte Zwecke verwenden werden k\u00f6nnten. Aber auch das ist nicht wirklich etwas Neues, wie F\u00e4lle bei <a href=\"https:\/\/nakedsecurity.sophos.com\/2019\/07\/05\/mannequin-challenge-videos-teach-computers-to-see\/\">YouTube und IBM<\/a> zeigen. Im aktuellen Fall scheint die f\u00fcr die Onlinegemeinde explosive Mischung aus zugegebenerma\u00dfen sehr krass formulierten Gesch\u00e4ftsbedingungen und dem Herkunftsland Russland Grund f\u00fcr die virale Bombe gewesen zu sein. Und auch wenn ein derart komplett verweigerter Datenschutz immer ein triftiger Grund f\u00fcr Kritik ist, sollte uns doch fast mehr zu Denken geben, wie wenige Personen sich die Zeit nehmen, um die Nutzungsbedingungen bekannter Apps zu lesen, unabh\u00e4ngig davon, aus welchem \u200b\u200bLand sie stammen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/feedproxy.google.com\/~r\/sophos\/dgdY\/~3\/FxQcRH-raUk\/\" target=\"bwo\" >http:\/\/feeds.feedburner.com\/sophos\/dgdY<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sophos.files.wordpress.com\/2019\/05\/permis-de-conduire-provisoire.jpg\"\/><\/p>\n<p><strong>Credit to Author: J\u00f6rg Schindler| Date: Fri, 19 Jul 2019 10:45:52 +0000<\/strong><\/p>\n<p>Alle, die diese Woche irgendwo im Dunstkreis von Facebook oder anderen sozialen Plattformen unterwegs waren, haben h\u00f6chstwahrscheinlich Selfies von Bekannten neben AI-generierten Bildern gesehen, wie sie in ein paar Jahrzehnten aussehen werden. 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